Satiriker Hans Scheibner: Pfui Titanic!

Hans Scheibner

Satiriker Hans Scheibner über Titanic, Papst und Kindergärtnerin

Titanic, pfui!

Also wirklich: was die Titanic da gemacht hat, das geht ja nun aber auch wirklich zu weit! Ich bin zwar auch Satiriker aber ich bin auch schon ein etwas älterer Mann.

Ich kann es dem Heiligen Vater daher mehr als nachfühlen, wenn er jetzt gekränkt und beleidigt ist, weil die da so ein Foto von ihm veröffentlicht haben, wo man ganz genau sieht, dass er… wie soll ich das bloß ausdrücken, ohne dass es dem Papst noch peinlicher wird? Ich nehme doch jedenfalls an, dass das ein echtes Foto ist mit diesem riesengroßen gelben Fleck da vorne.

Reden wir doch mal von alten Männern ganz allgemein. Mir ist es auch nicht angenehm, hier in der Öffentlichkeit darüber zu reden – aber es ist nun einmal die Tatsache – und jeder Urologe wird das bestätigen – dass wir älteren Herren schon mal – wie soll ich sagen? – na ja, ist egal: da geht eben schon mal ein Tropfen daneben. Die Schließmuskeln sind nun mal bei einem 84jährigen nicht mehr dieselben wie bei einem jungen Mann! Aber dafür hat ja die heutige verrohte Jugend überhaupt keinen Sinn – und macht sich dann noch lustig über eine Menschen, dem ein solches Missgeschick geschehen ist. Darum sage: Pfui über die Redakteure der Titanic, die dass auch noch fotografieren und auf die Titelseite ihres Satire-Heftes stellen. Wartet nur ab, ihr feixenden Herren: wenn der liebe Gott es noch will, werdet ihr auch einmal in das Alter des Heiligen Vaters oder in mein Alter kommen.
Und dann werdet ihr euch auch erschrecken über die Wahrheit der Volksweisheit: „Da hilft kein Schütteln und kein Klopfen – in die Hose geht der letzte Tropfen!“

Nun höre ich auch wieder einige Spötter rufen:
Wenn der Heilige Vater nun schon der Stellvertreter Gottes ist, kann er dann nicht mit seiner Allmacht dafür sorgen, dass wenigstens bei ihm die Schließmuskeln bis zum Ende intakt bleiben? O, nein, meine Lieben: das ist ja eben das Göttliche an ihm: dass er trotz seiner Allmacht, hier auf Erden vor keiner Peinlickeit zurückschreckt.

Und nun will ich Ihnen noch etwas sagen: Ich habe wieder meine Mutter angerufen. Die ist ja schon 28 Jahre im Himmel. „Mutti, frag doch mal beim lieben Gott an, was er denn zu dieser peinlichen Affäre sagt.“  Nach sechs Stunden hat sie zurückgerufen. „Also, min Jung, der Boss sagt, er weiß nichts von dem ganzen ‘Pisskram’ (soll er wirklich gesagt haben). Er weiß nur etwas von der Titanic. Und es ist dem lieben Gott immer noch ein bisschen peinlich: er hat damals hier oben mit einem Engel Schiffeversenken gespielt – und ausgerechnet die Titanic getroffen. Er entschuldigt sich noch mal dafür.“

Ja, so sieht es nämlich aus, meine Herren vom Titanic-Magazin:
der richtige liebe Gott, der kennt euch gar nicht!

Autor: Satiriker und Kabarettist Hans Scheibner
mit freundlicher Genehmigung


Quellen – weiterführende Links

Text: Hans Scheibner, http://www.HansScheibner.de
Video: Youtube.com, uploader ScheibnerHans
Foto: (c) HansScheibner.de

Stern.de über “Papst auf der Titanic”

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